Screening – Essenheimer Kunstverein

FOKUS AFRIKA

Eine Veranstaltung des

Essenheimer Kunstverein – Kunstforum Rheinhessen e.V.

 

 

 

In Kooperation mit

Unterwegs für eine gerechte Welt e.V. – Weltladen Unterwegs

 

 

 

FOKUS AFRIKA

von Freitag, 12. April, bis Sonntag, 14. April 2019

im Kunstforum Essenheim

Dokumentarfilme, Gespräche, Workshops, Aktionen und eine Ausstellung

 

Freitag, 12.4.2019

15.00 Uhr – Kunstforum Dalles-Café

Infostand und Expertengespräch

Der Nachmittag steht unter dem Motto „Fairer Handel“. Hier werden Prinzipien des Fairen Handels und der Entwicklungs- und Handelspolitik vorgestellt. Informationsmaterial und afrikanische Produkte aus dem Fairen Handel werden bereitgestellt.

 

19.00 Uhr – Kunstforum

ERÖFFNUNG und

Vernissage mit Bildern von Kwesi Dei-Anang

Kwesi Dei-Anang wurde 1945 in Mampong, Ghana, geboren. Seit 1963 lebt er in Deutschland. Nach dem Studium der Medizin an der Johannes-Gutenberg Universität in Mainz arbeitete er in der Neurochirurgischen Klinik der Universität. Von 1990 – 2010 war er Chefarzt der Neurochirurgie am DRK Schmerzzentrum Mainz. Seitdem ist er als Privatdozent und neurochirurgischer Spezialist im Rhein-Main-Gebiet tätig.

Kwesi Dei-Anang ist Autodidakt und malt seit 1965. Dabei widmet er sich hauptsächlich dem Glauben, der Mystik und sozialkritischen Aspekten. Er sagt:  „Ich lebe seit mehr als 50 Jahren in Deutschland, ich rede deutsch, lebe deutsch – male aber afrikanische Motive – wegen der Sehnsucht nach Afrika, denn in meinem Herzen denke ich afrikanisch.“ Seine atmosphärischen Bilder mit ihren warmen erdigen Farben nehmen den Betrachter mit auf eine Reise in eine andere Welt.

Kwesi Dei-Anang war auf zahlreichen Ausstellungen mit seinen Werken vertreten. Der Erlös durch die Verkäufe geht nach Ghana, um ‚Kinder von der Straße wegzuholen‘. In 62 Fällen ist das bisher geglückt.

Die Ausstellung ist auch Samstag, 13.4., von 14 – 18 Uhr

und Sonntag, 14.4., von 11.00 – 17.00 Uhr geöffnet.

Während der Ausstellungszeiten zeigen wir auf einem Monitor dokumentarische Episoden von Elke Sasse und Bettina Haasen – DIGITAL AFRICA – zur rasanten High-Tech-Entwicklung und Innovationen in Afrika.

 

Presenterin Geraldine de Bastion im Gespräch mit Roy Ombatti von AB3D (Kenia)

 

 

 

 

Schulklasse in Ghana, die mit den Experimentierkästen von DEXT lernt

 

 

 

 

Junge lernt mit der Bildungs-App „Eneza“ (Kenia)

 

 

 

 

 

 

Drohnen-Pilot Teddy Segore von der Firma Charis in Ruanda, die im Bereich Ernteüberwachung arbeitet

 

 

 

 

Aphrodice Mutangana, Leiter des Innovationszentrums kLab in Kigali (Ruanda)

 

 

 

 

Alle Bilder zu DIGITAL AFRIKA  © Berlin Producers

 

20.00 Uhr – Kunstforum

SÜSSES GIFT – 90′

Dokumentarfilm von Peter Heller

Macht Hilfe abhängig und lethargisch? Oder ist Hilfe vor allem ein gutes Geschäft?

Peter Heller packt in seinem Film ein Tabu an, wenn er mit eindrucksvollen Bildern und prominenten Aussagen in drei filmischen Fallstudien aus Mali, Kenia und Tansania der Frage nachgeht, warum nach über 50 Jahren und 1.000 Milliarden US-Dollar Hilfsgeldern, Afrika keinen Entwicklungsschub durchgemacht hat, warum die Länder mit dem größten Förderanteil heute schlechter dastehen als am Ende der Kolonialzeit.

Die Stärke des Films ist es, dass hier vor allem Afrikaner zu Wort kommen. Am Schluss steht die ernüchternde Einsicht, dass die Hilfe ein Geschäft für die Geber ist und für ihre Empfänger ein gefährliches Suchtmittel.

Peter Heller wurde 1946 in Prag geboren und absolvierte die Hochschule für Film und Fernsehen in München. Er widmet sich vor allem sozialkritischen Themen – nicht nur in Afrika, auch in Deutschland. Aus der Fülle von Filmen, die seitdem entstanden sind, stehen hier stellvertretend vier Titel: „Arm würd ich nicht sagen“ / „Mama General“ / „Plattln in Umtata“ / „Cool Mama“.

Nach der Vorführung gibt es ein Filmgespräch.

siehe auch Dokumentarfilm Süsses Gift

 

Samstag, 13.4.2019

15.00 Uhr – Kunstforum Dalles Café

EBASA Workshop

Ziel des interaktiven Seminars ist es, Zusammenhänge von Kultur, Stereotypen, Eurozentrismus und Rassismus zu erörtern und zu erkunden, wie diese Zusammenhänge in der Entwicklungszusammenarbeit wirken und wie wir selber daran beteiligt sind. Ein spezieller Aspekt dabei kann z.B. der Faire Handel, globales Lernen oder Bildungsarbeit im Allgemeinen sein.

Der gemeinnützige Verein Ebasa setzt sich aus ethnologischer Perspektive für nachhaltige Entwicklungen und Globales Lernen ein.

 

18.15 UhrEvangelische Kirche, Kirchstraße

Andacht afrikanisch

mit Pfarrer Simon Meister und Christinnen und Christen der eritreischen orthodoxen Kirche.

 

19.00 Uhr – Kunstforum

ESTHER UND DIE GEISTER – 30′

Dokumentarfilm von Heidi Specogna

Esther lebt in Bangui/Zentralafrikanische Republik. Sie ist erst 7 Jahre alt, als kongolesische Söldner in das Dorf einfallen, ihren Vater töten, ihre Mutter, die kleine Schwester und sie selbst vergewaltigen. Seitdem suchen sie Albträume heim, sie nennt sie ‚Geister‘. Die Familie ist in Umkehrung durch die Verbrechen auf Lebenszeit entehrt. Zur Schule geht sie deshalb nicht mehr, zudem ist sie für den Haushalt und das Überleben der Familie zuständig. Sie ist in jeder Hinsicht ein starkes Mädchen, trotzt ihren Panikattacken und macht den Schultest, um eine Zukunft zu haben.

Heidi Specogna wurde in der Schweiz geboren, lebt und arbeitet seit vielen Jahren in Berlin. Nach Absolvierung der Deutschen Film- und Fernsehakademie – dffb – Berlin drehte sie Filme, gründete eine Produktionsfirma und doziert an verschiedenen Institutionen. Ihre Filme wurden international vielfach ausgezeichnet und beschäftigen sich vornehmlich mit sozialkritischen Themen: U.a. „Tupamaros“ / „Das kurze Leben des José Antonio Gutierrez“ / „Carte Blanche“ / „Pepe Mujica – Der Präsident“.

siehe auch Dokumentarfilm  Ester und….

 

20.00 Uhr – Kunstforum

ALS PAUL ÜBER DAS MEER KAM – 95′

Dokumentarfilm von Jakob Preuss

Tagebuch einer Begegnung. Von Kamerun nach Berlin, viereinhalb Jahre Odyssee in eine ungewisse Zukunft.

Paul Nkamani ist 30, er studiert und will Diplomat werden. Ein Stipendium in Kanada hat er in der Tasche, bekommt aber kein Visum und muss sein Studium abbrechen, da er zu einem ‚falschen Clan‘ gehört. Er sieht keinen anderen Ausweg als zu fliehen, offiziell anerkannte Asylgründe gibt es für ihn nicht. Nach unendlichen Strapazen – er überlebt ein Bootsunglück, die Sahara, landet in Abschiebehaft auf einer Gefängnisinsel und wartet im berüchtigten Zeltcamp in Melilla/Spanien auf ein Wunder. Das Wunder geschieht, der Regisseur Jakob Preuss ist bei Recherchen im Netz und durch Nachrichten auf ihn aufmerksam geworden. Sie freunden sich an und Preuss schafft es, ihn über Frankreich nach Deutschland zu bringen. LAGeSo, Eisenhüttenstadt, die Odyssee und Demütigungen gehen weiter, bis Preuss eine vorübergehende Lösung findet… Paul Nkamani ist mittlerweile 39 Jahre alt, lebt immer noch in Deutschland und hat eine Arbeit gefunden. Seine Zukunft ist jedoch ungewiss – die Angst bleibt.

Jakob Preuss wurde 1975 in Berlin geboren und studierte Jura in Köln, Paris und Warschau. 2007/08 betreute er das GUS-Referat ‚Reporter ohne Grenzen‘. Sein erster Film „The other Chelsea“ und dieser Film wurden auf diversen nationalen und internationalen Festivals gezeigt und mehrfach ausgezeichnet.

Nach der Vorführung gibt es ein Filmgespräch.

siehe auch Dokumentarfilm Als Paul…

 


Flankierend zum Programm im Kunstforum finden am 8.4.2019 vormittags in der Grundschule Essenheim in den Klassen 2 – 4 Unterrichtseinheiten statt mit Unterwegs für eine gerechte Welt e.V. zum Thema „Schule und Kindheit in Afrika – junge Menschen erzählen aus ihrem Alltag“.

Der gemeinnützige Verein Unterwegs für eine gerechte Welt e.V. ist Träger des Weltladen Unterwegs. Er hat sich zum Ziel gesetzt, Gerechtigkeit im Handel mit Ländern des Globalen Südens zu fördern und entwicklungspolitische Bildungsarbeit im Norden zu leisten. Beiden Zielen wird sowohl durch den Fairen Handel im Weltladen Unterwegs als auch durch Veranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit nachgegangen. Der Verein wurde am 31.5.1988 gegründet. Weitere Infos unter weltladenmainz.de


 

Zu allen Veranstaltungen ist der Eintritt frei.

Spenden sind willkommen.

 

Das Projekt FOKUS AFRIKA wurde finanziell gefördert vom

Land Rheinland Pfalz / Ministerium des Innern und für Sport MDI

 

 

 

Unterstützt von

 

Ebasa e.V.

 

Gemeinde Essenheim

 

 

Sponsor

Weingut Braunewell

 

 

 

 

 

02/03/2019

Posted In: Aktuell, Ausstellung, Dokumentarfilmkunst, Jahresprogramm, Kunst, Rueckblick, Rueckblick, Screening, Startseite, Veranstaltungen, Vorschau

ALS PAUL ÜBER DAS MEER KAM

Tagebuch einer Begegnung. Von Kamerun nach  Berlin, viereinhalb Jahre Odyssee in eine ungewisse Zukunft.

Paul Nkamani ist 30, er studiert und will Diplomat werden. Ein Stipendium in Kanada hat er in der Tasche, bekommt aber kein Visum und muss sein Studium abbrechen, da er zu einem ‚falschen Clan‘ gehört. Er sieht keinen anderen Ausweg als zu fliehen, offiziell anerkannte Asylgründe gibt es für ihn nicht. Nach unendlichen Strapazen – er überlebt ein Bootsunglück, die Sahara, landet in Abschiebehaft auf einer Gefängnisinsel und wartet im berüchtigten Zeltcamp in Melilla/Spanien auf ein Wunder. Das Wunder geschieht, der Regisseur Jakob Preuss ist bei Recherchen im Netz und durch Nachrichten auf ihn aufmerksam geworden. Sie freunden sich an und Preuss schafft es, ihn über Frankreich nach Deutschland zu bringen. Lageso, Eisenhüttenstadt , die Odyssee und Demütigungen gehen weiter, bis Preuss eine vorübergehende Lösung findet… Paul Nkamani ist mittlerweile 39 Jahre alt, lebt immer noch in Deutschland und hat eine Arbeit gefunden. Seine Zukunft ist jedoch ungewiss – die Angst bleibt.

Jakob Preuss wurde 1975 in Berlin geboren und studierte Jura in Köln, Paris und Warschau. 2007/08 betreute er das GUS-Referat ‚Reporter ohne Grenzen‘. Sein erster Film „The other Chelsea“ und dieser Film wurden auf diversen nationalen und internationalen Festivals gezeigt und mehrfach ausgezeichnet.

Nach der Vorführung gibt es ein Filmgespräch.

Bilder (c) farbfilm-verleih

 

Dieser Film ist Teil der Veranstaltung

FOKUS AFRIKA

von Freitag, 12. April bis Sonntag, 14. April 2019

im Kunstforum Essenheim

Dokumentarfilme, Gespräche, Workshops, Aktionen und eine Ausstellung

siehe auch unter der Rubrik Sonderveranstaltung FOKUS AFRIKA

 

26/02/2019

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ESTHER UND DIE GEISTER

Esther lebt in Bangui/Zentralafrikanische Republik. Sie ist erst 7 Jahre alt, als kongolesische Söldner in das Dorf einfallen, ihren Vater töten, ihre Mutter, die kleine Schwester und sie selbst vergewaltigen. Seitdem suchen sie Albträume heim, sie nennt sie ‚Geister‘. Die Familie ist in Umkehrung durch die Verbrechen auf Lebenszeit entehrt. Zur Schule geht sie deshalb nicht mehr, zudem ist sie für den Haushalt und das Überleben der Familie zuständig. Sie ist in jeder Hinsicht ein starkes Mädchen, trotzt ihren Panikattacken und macht den Schultest, um eine Zukunft zu haben.

Heidi Specogna wurde in der Schweiz geboren, lebt und arbeitet seit vielen Jahren in Berlin. Nach Absolvierung der dffb Berlin drehte sie Filme, gründete eine Produktionsfirma und doziert an verschiedenen Institutionen. Ihre Filme wurden international vielfach ausgezeichnet und beschäftigen sich vornehmlich mit sozialkritischen Themen: U.a. „Tupamaros“ / „Das kurze Leben des José Antonio Gutierrez“ / „Carte Blanche“ / Pepe Mujica – Der Präsident“.

Copyright der Bilder : Heidi Specogna

 

Dieser Film ist Teil der Veranstaltung

FOKUS AFRIKA

von Freitag, 12. April bis Sonntag, 14. April 2019

im Kunstforum Essenheim

Dokumentarfilme, Gespräche, Workshops, Aktionen und eine Ausstellung

siehe auch unter der Rubrik Sonderveranstaltung FOKUS AFRIKA

 

 

26/02/2019

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Süsses Gift

Macht Hilfe abhängig und lethargisch? Oder ist Hilfe vor allem ein gutes Geschäft?

Peter Heller packt in seinem Film ein Tabu an, wenn er mit eindrucksvollen Bildern und prominenten Aussagen in drei filmischen Fallstudien aus Mali, Kenia und Tansania der Frage nachgeht, warum nach über 50 Jahren und 1.000 Milliarden US-Dollar Hilfsgeldern, Afrika keinen Entwicklungsschub durchgemacht hat, warum die Länder mit dem größten Förderanteil heute schlechter dastehen als am Ende der Kolonialzeit.

Die Stärke des Films ist es, dass hier vor allem Afrikaner zu Wort kommen. Am Schluss steht die ernüchternde Einsicht, dass die Hilfe ein Geschäft für die Geber ist und für ihre Empfänger ein gefährliches Suchtmittel.

Peter Heller wurde 1946 in Prag geboren und absolvierte die Hochschule für Film und Fernsehen in München. Er widmet sich vor allem sozialkritischen Themen – nicht nur in Afrika, auch in Deutschland. Aus der Fülle von Filmen, die seitdem entstanden sind, stehen hier stellvertretend vier Titel: „Arm würd ich nicht sagen“ / „Mama General“ / „Plattln in Umtata“ / „Cool Mama“.

 

Nach der Vorführung gibt es ein Filmgespräch.

Bilder (c) w-film distribution

 

Dieser Film ist Teil der Veranstaltung

FOKUS AFRIKA

von Freitag, 12. April bis Sonntag, 14. April 2019

im Kunstforum Essenheim

Dokumentarfilme, Gespräche, Workshops, Aktionen und eine Ausstellung

siehe auch unter der Rubrik Sonderveranstaltung FOKUS AFRIKA

 

26/02/2019

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Visiting the Past

Bildgestaltung & Postproduktion Jonas Trottnow

„Der Film begleitet Joan Salomon aus New York bei einem Besuch in Essenheim. Ihre jüdische Familie musste das rheinhessische Dorf 1934 verlassen, die Anfeindungen waren nach der Machtergreifung durch die Nazis  zu groß geworden. Nur ihrer Mutter gelang es, nach Amerika auszuwandern, ihre Großmutter und ihre Tante kamen im Konzentrationslager ums Leben. Auf den Spuren der Vergangenheit trifft sie alte Essenheimerinnen, die ihre Familie gekannt haben.

In dem Ort, der auch der ihre hätte sein können, wird sie freundlich aufgenommen. Die älteste Einwohnerin, geboren 1920, ist mit der jüngeren Schwester ihrer Mutter zusammen zur Schule gegangen, sie waren gut befreundet. Eine andere Essenheimerin erzählt ihr, wie es nach der Reichspogromnacht in der demolierten Synagoge aussah.

Joan Salomon wurde 1945 in New York geboren, aber die Vergangenheit hat auch ihr Leben bestimmt. Ihre Mutter hat sich nie verziehen, dass es ihr nicht gelungen war, den Rest der Familie nach Amerika zu holen. Ihrer Tochter erzählte sie daher kaum etwas über ihr Leben in Deutschland. Und dennoch empfindet Joan Salomon eine große Nähe zu dem Weindorf und freut sich über jede Kleinigkeit, die sie über ihre Familie erfährt.

Der Film beschreibt den Wunsch nach Heimat, die Suche nach der Herkunft, aber auch den Umgang mit der Vergangenheit bei denen, die nie weg waren. Er erzählt Geschichte und Geschichten, die bald verloren sein werden, weil niemand sie mehr erzählen kann.“

Nach der Vorführung Gespräch mit der Filmemacherin

Eintritt frei

Mehr zum Film auf http://bt-medienproduktion.de/de/essenheim.html

Dieser Dokumentarfilmabend wird vom Essenheimer Kunstverein in Zusammenarbeit mit dem Dorf- und Geschichtsverein und dem Landfrauenverein veranstaltet.

 

17/11/2018

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Peter Handke – bin im Wald. Kann sein, dass ich mich verspäte

Peter Handke ist einer der bedeutendsten deutschsprachigen Schriftsteller. Er hat weit mehr als sechzig Bücher, Romane, Essays, Gedichte, Theaterstücke, Drehbücher geschrieben und Übersetzungen gemacht.

Nach „Gerhard Richter Painting“, der auch in der Reihe DOKUMENTAR-FILM-KUNST in Essenheim gezeigt wurde, hat Corinna Belz erneut „einen klugen, begeisternden Film geschaffen, der überraschende Einblicke in das Denken, die Arbeit und das Leben Peter Handkes eröffnet.“ (DVD-Text) Der Film spannt einen Bogen vom jungen Peter Handke, provokativ und wild, ein Bürgerschreck für die Etablierten, hin zum eher scheuen, heute zurückgezogen in einem Pariser Vorort lebenden Schriftsteller.

Corinna Belz sagt: „Im Oktober 2012 machten wir erste Aufnahmen, wir kamen zu zweit, es regnete ein wenig, und wir standen dann vor dem Eisentor, an dem dieser Zettel hing: „Bin im Wald. Kann sein, daß ich mich verspäte.“ Der Zettel wurde zu einem Titel des Films. In den folgenden drei Jahren wurde gedreht, immer nur ein paar Tage, vier, fünf Stunden am Tag, um den Arbeitsrhythmus von Handke nicht durcheinander zu bringen. Entstanden ist ein einfühlsamer, bezaubernder, oft zarter Film „über das Schreiben, über die Wahrnehmung der Wirklichkeit und ihre Verwandlung in Kunst – und nicht zuletzt über die großen, unverzichtbaren Fragen, die uns Peter Handke eindringlich und zuweilen unerwartet liebevoll stellt: „Was ist jetzt? Wie soll man leben?““. (DVD-Text)

 

Nach der Vorführung Gespräch mit der Filmemacherin

 

Eintritt frei

 

 

Fotos mit freundlicher Genehmigung von:
Deutsches Literaturarchiv Marbach, Cordula Lebeck,
Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek und Peter Handke

29/09/2018

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L’CHAIM – AUF DAS LEBEN!

Chaim Lubelski ist eine schillernde Persönlichkeit, ein Mann, der unendlich viel gesehen und erlebt, viel gewonnen und verloren hat und inzwischen nichts mehr braucht, um glücklich zu sein. Er ist ein Cousin des Autors Elkan Spiller.

 

Chaim (übersetzt:  Auf das Leben) hat ein wildes Leben geführt. Ein Weltreisender – vom Hippie bis zum Dealer – er hat nichts ausgelassen. In New York wird er zum Millionär und verspekuliert alles an der Börse. Ein Kiffer, ein Beau, der auf der Straße lebte, ein Sprachwunder, ein Schachprofi, den alle mochten, selbst wenn er aussah wie ein Penner. Als seine Mutter krank wird und Hilfe benötigt, entscheidet er sich, mit 63 Jahren in Antwerpen mit ihr zusammen in ein kleines Zimmer im jüdischen Altenheim zu ziehen. Er opfert sich für sie mit Hingabe auf und sieht es als seine Mission an, ihren Schmerz zu vertreiben und sie bis zu ihrem Tod zu begleiten, gerade weil sie eine Überlebende des Holocausts ist. Das gemeinsame Leben ist von Zärtlichkeit, liebevollen Sticheleien und Humor geprägt.

 

Der filmdienst schreibt:

„L’CHAIM – AUF DAS LEBEN! ist das Resultat einer siebenjährigen Langzeitbeobachtung, mit dem Elkan Spiller ein wunderbarer Dokumentarfilm über seinen Vetter und seine Tante, einen alten Sohn und seine noch ältere Mutter, gelungen ist … ein bewegendes Porträt einer facettenreichen, sarkastisch-melancholischen Persönlichkeit, die in keine Rahmen passt.“

 

Nach der Vorführung gibt es ein Filmgespräch mit dem Autor.

Der Eintritt ist frei.

 

alle Bilder: copyright Elkan Spiller

 

 

13/09/2018

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Sauacker

„Die Ente ist das beste Tier“, sagt Philipp Kienle, „die kann fliegen, schwimmen, tauchen und laufen. Die kann alles. Aber nichts so wirklich gut.“

Philipp kann auch alles. Er hat drei Jobs, um sich über Wasser zu halten. Einen bei der AOK, einen Fulltimejob in einem Stahlwerk, und abends wartet dann die Arbeit auf dem 300 Jahre alten elterlichen Hof im Schwabenland. Jetzt ist er 30 und will den Hof vom Vater übernehmen, es soll aber nach seinen Vorstellungen weitergehen. Er will modernisieren, investieren. Und genau das will der Vater nicht. Übergabe ja, aber…

Die Kienles haben einen kleinbäuerlichen Betrieb, der unter massivem wirtschaftlichen Druck steht. Vater und Sohn arbeiten mit ihren Nebenjobs bis zur Erschöpfung. Dabei setzt Philipp seine Beziehung aufs Spiel. Die Zeiten für die traditionelle Landwirtschaft sind extrem hart, nicht nur bei den Kienles, sondern landauf landab und nicht nur in Deutschland. „Wachse oder weiche – grow or go“, wird in den Landwirtschaftsschulen gelehrt. Da gibt es keinen Unterschied zur Industrie.

Der Autor kennt Philipp schon lange und hat selbst landwirtschaftliche Erfahrung. Zwei Jahre hat er die Kienles während des Umbruchs filmisch begleitet. Ganz nah und unverstellt kann der Zuschauer teilnehmen am Leben, den Gedanken und Träumen, den komischen Geschichten und dem harten Alltag einer dörflichen Bauernfamilie.

Pressestimmen:

„Fazit: Herausragend“ – Deutschlandfunk
„Tief berührend“ – Tagesthemen
„Ein exzellenter Dokumentarfilm“ – Stuttgarter Zeitung
„Ein rührender, witziger und eindrucksvoller Film“ – Der Spiegel

Der Film wurde auf vielen Festivals gezeigt und u.a. mit dem Hauptpreis der nonfiktionale in Bad Aibling ausgezeichnet, dem Goldenen Schlüssel beim Kasseler Dorffestival und dem Hauptpreis der Provinziale.

Tobias Müller (Buch, Regie, Kamera) wurde 1979 in Sigmaringen geboren, lehrte an einer privaten Highschool in Detroit und arbeitete dort auch beim Fernsehen. Er studierte Regie an der Filmakademie Baden-Württemberg und der Escuela International de Cine y TV auf Kuba.

Auswahl seiner Filme: „Banffy Castle“ (dt. Menschenrechtsfilmpreis), „Mein Erlöser lebt“, „Sauacker“, „Out of Space“.

Nach der Vorführung gibt es ein Filmgespräch mit dem Autor.

Der Eintritt ist frei.

 

Bilder : Copyright   www.mm-­filmpresse.de

18/12/2017

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YOU DRIVE ME CRAZY

Das Drama hinter dem Lenkrad. Andere Länder lernt man erst richtig kennen, wenn man dort den Führerschein macht.

Jake aus den USA, Mirela aus Deutschland und Hye-Won aus Südkorea leben fernab ihrer Heimat. Sie haben Freude an kulturellen Unterschieden und entschließen sich, beruflich neu durchzustarten.

Jake ist Grafikdesigner. Fasziniert von der japanischen Kultur ist er von Atlanta/USA nach Tokio gezogen. Aber er tut sich schwer, spricht wenig japanisch. So will er wenigstens mobil sein. Sein US-Führerschein nützt ihm da leider nichts, er braucht die japanische Fahrerlaubnis. Dafür muss er vier Prüfungen bestehen… Von einem Landsmann bekommt er den Tipp: „Fahren sie einfach wie ihre Großmutter!“

Mirela ist „typisch deutsch“ – zielstrebig, ungeduldig und ernst. Sie will, dass alles so funktioniert, wie sie es sich vorstellt. Da wäre sie wohl besser in Deutschland geblieben. Aber es zog sie nach Indien. Mit Mitte 30 hängte sie ihren Job in der Modebranche an den Nagel, um ein eigenes Fashionlabel zu gründen. Nun ist sie mit diversen Fahrern unterwegs, um Geschäftspartner zu finden. Eine mittlere Katastrophe. Sie braucht einen indischen Führerschein. Die Katastrophen reißen zwar nicht ab, sie beginnt aber, die Umständlichkeit und den neuen Lebensrhythmus zu genießen. „Langsam? Aber dann kann ich auch laufen“, sagt sie.

Hye-Won ist ihrem Mann von Südkorea nach Deutschland gefolgt. Mit Kind und Hund lebt sie in München und studiert Musikwissenschaften. Sie möchte mobil sein und in Deutschland den Führerschein machen. Aber sie hat große Angst, seit sie daheim einen Unfall mit dem Auto der Mutter hatte. Die Vorstellung, mit 130 zu fahren, treibt ihr den Schweiß auf die Stirn. Aber sie will bestehen – nicht nur vor dem strengen Fahrlehrer Krieger, sondern vor jedermann. Als ihr Mann zum Militärdienst in die Heimat abkommandiert wird, stellt das ihr Leben wieder auf den Kopf. Zurück gehen oder bleiben…allein? „Beim Fahren kann dir nichts passieren. Ich bin bei dir“, sagt Krieger.

Ein charmanter „Kampf der Kulturen“ zwischen Fahrschülern und ihren Lehrern.

Nach der Vorführung gibt es ein Filmgespräch mit den Autorinnen.
Der Eintritt ist frei.

 

18/12/2017

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Die Prüfung

Ein Zahlenspiel: 687 Bewerber auf 10 Plätze beim Prüfungsmarathon von 9 Tagen Dauer mit 9 Dozenten, um die richtigen Kandidaten für 4 Jahre Studium zu finden. Und noch eine Zahl – 3 Jahre hat Till Harms dafür gekämpft, etwas filmen zu dürfen, was sonst hinter verschlossenen Türen stattfindet, die Arbeit der Auswahlkommission der staatlichen Schauspielschule Hannover HMTM. Im Gegensatz zu anderen Autoren, die die jungen hoffnungsvollen Anwärter bei der Vorbereitung und beim Vorsprechen begleiten, ist Harms auf die Entscheider konzentriert. Ein „Mikrokosmos, der viel über Auswahlprozesse erzählt“, sagt er. Wir erleben äußerste Anspannung, leidenschaftliche Diskussionen und eine sich entwickelnde spannende Gruppendynamik.

Till Harms wurde 1970 in München geboren. Er hat mehrere Jahre am Theater gearbeitet. „Die Prüfung“ ist nach „11 und 12“ sein zweiter langer Dokumentarfilm. Die Premiere fand 2016 auf der Berlinale statt.

 

27/11/2017

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