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Bernauer Strasse 1 – 50

Bernauer Straße 1 – 50
oder: Als uns die Haustür zugenagelt wurde

 

Anlässlich des Falls der Berliner Mauer vor 30 Jahren zeigen wir aus der Reihe „Lebenserfahrungen“ den Film „Bernauer Straße 1-50“ von Hans-Dieter Grabe aus dem Jahr 1981. Er zeigt eindrucksvoll das Leben an der Mauergrenze und die Versuche, diese Grenze mitten in Berlin zu überwinden.

Die Bernauer Straße ist ein besonders dramatisches Zeugnis.

Einst standen die Häuser 1-50 direkt an der Sektorengrenze, der Bürgersteig gehörte schon zu den Westzonen Berlins. In den Wochen nach dem Mauerbau, nach dem 13. August 1961, wurde an den Häuserfronten die Grenze hoch gemauert und immer wieder ausgebaut zu schier unüberwindlichen Sperranlagen, Tag und Nacht streng bewacht von bewaffneten Grenzschützern.

Trotz Lebensgefahr wagten aber immer wieder Bewohner der Häuser in der Bernauer Straße auf spektakuläre Weise die Flucht aus den oberen Stockwerken an zusammengeknoteten Betttüchern, durch den Sprung in die Sprungtücher der Westberliner Feuerwehr oder durch mühevoll gegrabene enge Tunnels in den Westen der Stadt. Hans-Dieter Grabe hat diesen Menschen mit seinem Film ein bleibendes Denkmal gesetzt.

Für eine ganze Generation sind die Mauer, die Grenzanlagen und die vielen menschlichen Dramen, die sich dort abspielten, drei Jahrzehnte nach dem Fall der Mauer nur Geschichte. In diesem Film wird sie wieder lebendig.

Mit Hans-Dieter Grabe und seinem Film „Gebrochene Glut“ haben wir vor genau 15 Jahren die Reihe DOKUMENTAR-FILM-KUNST begonnen. Acht Filme des Ehrenmitglieds im Team DOKUMENTAR-FILM-KUNST, Hans-Dieter Grabe, haben wir bisher gezeigt. „Bernauer Straße 1-50“ ist also der neunte Grabe-Film und unser 101. Dokumentarfilmabend.

Nach der Vorführung gibt es eine Filmgespräch mit Grabe.

Der Eintritt ist frei.

 

08/08/2019

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Leaning into the Wind

Wir feiern den    100sten Film  

der Dokumentar-Film-Kunst im Essenheimer Kunstverein

 

    Leaning into the Wind

     Andy Goldsworthy

 

16 Jahre nach RIVERS AND TIDES (den wir anlässlich der Feier ’10 Jahre Dokumentar-Film-Kunst‘ am 20.11.2014 in Essenheim gezeigt haben) begleitet der vielfach preisgekrönte Filmemacher Thomas Riedelsheimer erneut den Künstler Andy Goldsworthy über mehrere Jahre bei seiner Arbeit. Goldsworthys Kunstwerke sind unverwechselbar geblieben und haben sich dennoch verändert, sie sind brüchiger, ernster, rauer geworden. Immer wieder setzt er seinen eigenen Körper ein, er arbeitet in der Landschaft ebenso wie in der Stadt, allein, mit seiner Tochter Holly, mit großen Teams – ein immer Lernender, voller Aufmerksamkeit, Spannung und Geduld.

„Die Leute denken, ich hätte ein so tiefes Verständnis für die Natur, dass ich irgendwie mühelos durch sie hindurch schwebe. Aber so ist es nicht. Ich falle oft.  … Im Grunde will ich immer noch einfach nur die Welt verstehen“ – Andy Goldsworthy

Und natürlich ist er wieder ein entwaffnend offener, ebenso ernsthafter wie verschmitzter Erzähler, der so faszinierend von der Kunst, der Natur, der Liebe zu einem Bach in seiner Gegend, den leicht vermoosten Bäumen an dessen Ufer und vom stetig fließenden Wasser zu sprechen vermag, während Riedelsheimer das Universum seines Protagonisten in hinreißende Bilder und Töne fasst.

zitiert aus dem Katalog von pifflmedien

 

„Eine faszinierende Erinnerung daran, dass es Kunst gibt, die nicht dazu gemacht wird, in Besitz genommen zu werden.“ INDIWIRE

 

„Film und Bildende Kunst – das ist nicht immer ein einfaches Verhältnis. Ganz anders die Seelenverwandtschaft zwischen dem Filmemacher Thomas Riedelsheimer und dem Künstler Andy Goldsworthy. Hier finden zwei zusammen, die auf derselben Wellenlänge schwingen. Ein überwältigendes Erlebnis grandioser Bilder!“ CINETASTIC

 

Nach der Vorführung gibt es ein Filmgespräch mit dem Autor – per Skype.

 

Der Eintritt ist frei.

05/07/2019

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Zwischen den Stühlen

Kann man Lehren lernen? Was macht eigentlich einen guten Lehrer aus?

Um in Deutschland Lehrer zu werden, muss man nach dem Studium mit umfassender Theorie ein Referendariat absolvieren. Eine Feuerprobe, die die angehenden Lehrer in eine widersprüchliche Position bringt: Sie lehren, während sie selbst noch lernen. Sie vergeben Noten, während sie ihrerseits benotet werden. Zwischen Problemschülern, Elternabenden, Intrigen im Lehrerzimmer und Prüfungsängsten werden die Ideale der Anwärter auf eine harte Probe gestellt.

ZWISCHEN DEN STÜHLEN begleitet drei von ihnen auf ihrem Weg zum Examen. Tatort Berlin: Anna bereitet sich an einer Grundschule auf ihren künftigen Beruf vor, Ralf an einem Gymnasium und Katja an einer Gesamtschule.

Der mehrfach preisgekrönte Dokumentarfilm wirft einen einfühlsamen und humorvollen Blick hinter die Kulissen des Systems Schule und stellt dabei nicht zuletzt die Frage, in welcher Gesellschaft wir leben wollen.

Jakob Schmidt begann sein Regiestudium als einer der jüngsten Studenten im Alter von 20 Jahren an der Filmuniversität Potsdam Babelsberg, das er 2015 mit Auszeichnung bestand. ZWISCHEN DEN STÜHLEN ist seine Abschlussarbeit und sein erster abendfüllender Film.

 

Nach der Vorführung gibt es ein Filmgespräch.

Der Eintritt ist frei

 

Copyright aller Bilder: (c) David Schittek / Weltkino

30/04/2019

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FOKUS AFRIKA

Eine Veranstaltung des

Essenheimer Kunstverein – Kunstforum Rheinhessen e.V.

 

 

 

In Kooperation mit

Unterwegs für eine gerechte Welt e.V. – Weltladen Unterwegs

 

 

 

FOKUS AFRIKA

von Freitag, 12. April, bis Sonntag, 14. April 2019

im Kunstforum Essenheim

Dokumentarfilme, Gespräche, Workshops, Aktionen und eine Ausstellung

 

Freitag, 12.4.2019

15.00 Uhr – Kunstforum Dalles-Café

Infostand und Expertengespräch

Der Nachmittag steht unter dem Motto „Fairer Handel“. Hier werden Prinzipien des Fairen Handels und der Entwicklungs- und Handelspolitik vorgestellt. Informationsmaterial und afrikanische Produkte aus dem Fairen Handel werden bereitgestellt.

 

19.00 Uhr – Kunstforum

ERÖFFNUNG und

Vernissage mit Bildern von Kwesi Dei-Anang

Kwesi Dei-Anang wurde 1945 in Mampong, Ghana, geboren. Seit 1963 lebt er in Deutschland. Nach dem Studium der Medizin an der Johannes-Gutenberg Universität in Mainz arbeitete er in der Neurochirurgischen Klinik der Universität. Von 1990 – 2010 war er Chefarzt der Neurochirurgie am DRK Schmerzzentrum Mainz. Seitdem ist er als Privatdozent und neurochirurgischer Spezialist im Rhein-Main-Gebiet tätig.

Kwesi Dei-Anang ist Autodidakt und malt seit 1965. Dabei widmet er sich hauptsächlich dem Glauben, der Mystik und sozialkritischen Aspekten. Er sagt:  „Ich lebe seit mehr als 50 Jahren in Deutschland, ich rede deutsch, lebe deutsch – male aber afrikanische Motive – wegen der Sehnsucht nach Afrika, denn in meinem Herzen denke ich afrikanisch.“ Seine atmosphärischen Bilder mit ihren warmen erdigen Farben nehmen den Betrachter mit auf eine Reise in eine andere Welt.

Kwesi Dei-Anang war auf zahlreichen Ausstellungen mit seinen Werken vertreten. Der Erlös durch die Verkäufe geht nach Ghana, um ‚Kinder von der Straße wegzuholen‘. In 62 Fällen ist das bisher geglückt.

Die Ausstellung ist auch Samstag, 13.4., von 14 – 18 Uhr

und Sonntag, 14.4., von 11.00 – 17.00 Uhr geöffnet.

Während der Ausstellungszeiten zeigen wir auf einem Monitor dokumentarische Episoden von Elke Sasse und Bettina Haasen – DIGITAL AFRICA – zur rasanten High-Tech-Entwicklung und Innovationen in Afrika.

 

Presenterin Geraldine de Bastion im Gespräch mit Roy Ombatti von AB3D (Kenia)

 

 

 

 

Schulklasse in Ghana, die mit den Experimentierkästen von DEXT lernt

 

 

 

 

Junge lernt mit der Bildungs-App „Eneza“ (Kenia)

 

 

 

 

 

 

Drohnen-Pilot Teddy Segore von der Firma Charis in Ruanda, die im Bereich Ernteüberwachung arbeitet

 

 

 

 

Aphrodice Mutangana, Leiter des Innovationszentrums kLab in Kigali (Ruanda)

 

 

 

 

Alle Bilder zu DIGITAL AFRIKA  © Berlin Producers

 

20.00 Uhr – Kunstforum

SÜSSES GIFT – 90′

Dokumentarfilm von Peter Heller

Macht Hilfe abhängig und lethargisch? Oder ist Hilfe vor allem ein gutes Geschäft?

Peter Heller packt in seinem Film ein Tabu an, wenn er mit eindrucksvollen Bildern und prominenten Aussagen in drei filmischen Fallstudien aus Mali, Kenia und Tansania der Frage nachgeht, warum nach über 50 Jahren und 1.000 Milliarden US-Dollar Hilfsgeldern, Afrika keinen Entwicklungsschub durchgemacht hat, warum die Länder mit dem größten Förderanteil heute schlechter dastehen als am Ende der Kolonialzeit.

Die Stärke des Films ist es, dass hier vor allem Afrikaner zu Wort kommen. Am Schluss steht die ernüchternde Einsicht, dass die Hilfe ein Geschäft für die Geber ist und für ihre Empfänger ein gefährliches Suchtmittel.

Peter Heller wurde 1946 in Prag geboren und absolvierte die Hochschule für Film und Fernsehen in München. Er widmet sich vor allem sozialkritischen Themen – nicht nur in Afrika, auch in Deutschland. Aus der Fülle von Filmen, die seitdem entstanden sind, stehen hier stellvertretend vier Titel: „Arm würd ich nicht sagen“ / „Mama General“ / „Plattln in Umtata“ / „Cool Mama“.

Nach der Vorführung gibt es ein Filmgespräch.

siehe auch Dokumentarfilm Süsses Gift

 

Samstag, 13.4.2019

15.00 Uhr – Kunstforum Dalles Café

EBASA Workshop

Ziel des interaktiven Seminars ist es, Zusammenhänge von Kultur, Stereotypen, Eurozentrismus und Rassismus zu erörtern und zu erkunden, wie diese Zusammenhänge in der Entwicklungszusammenarbeit wirken und wie wir selber daran beteiligt sind. Ein spezieller Aspekt dabei kann z.B. der Faire Handel, globales Lernen oder Bildungsarbeit im Allgemeinen sein.

Der gemeinnützige Verein Ebasa setzt sich aus ethnologischer Perspektive für nachhaltige Entwicklungen und Globales Lernen ein.

 

18.15 UhrEvangelische Kirche, Kirchstraße

Andacht afrikanisch

mit Pfarrer Simon Meister und Christinnen und Christen der eritreischen orthodoxen Kirche.

 

19.00 Uhr – Kunstforum

ESTHER UND DIE GEISTER – 30′

Dokumentarfilm von Heidi Specogna

Esther lebt in Bangui/Zentralafrikanische Republik. Sie ist erst 7 Jahre alt, als kongolesische Söldner in das Dorf einfallen, ihren Vater töten, ihre Mutter, die kleine Schwester und sie selbst vergewaltigen. Seitdem suchen sie Albträume heim, sie nennt sie ‚Geister‘. Die Familie ist in Umkehrung durch die Verbrechen auf Lebenszeit entehrt. Zur Schule geht sie deshalb nicht mehr, zudem ist sie für den Haushalt und das Überleben der Familie zuständig. Sie ist in jeder Hinsicht ein starkes Mädchen, trotzt ihren Panikattacken und macht den Schultest, um eine Zukunft zu haben.

Heidi Specogna wurde in der Schweiz geboren, lebt und arbeitet seit vielen Jahren in Berlin. Nach Absolvierung der Deutschen Film- und Fernsehakademie – dffb – Berlin drehte sie Filme, gründete eine Produktionsfirma und doziert an verschiedenen Institutionen. Ihre Filme wurden international vielfach ausgezeichnet und beschäftigen sich vornehmlich mit sozialkritischen Themen: U.a. „Tupamaros“ / „Das kurze Leben des José Antonio Gutierrez“ / „Carte Blanche“ / „Pepe Mujica – Der Präsident“.

siehe auch Dokumentarfilm  Ester und….

 

20.00 Uhr – Kunstforum

ALS PAUL ÜBER DAS MEER KAM – 95′

Dokumentarfilm von Jakob Preuss

Tagebuch einer Begegnung. Von Kamerun nach Berlin, viereinhalb Jahre Odyssee in eine ungewisse Zukunft.

Paul Nkamani ist 30, er studiert und will Diplomat werden. Ein Stipendium in Kanada hat er in der Tasche, bekommt aber kein Visum und muss sein Studium abbrechen, da er zu einem ‚falschen Clan‘ gehört. Er sieht keinen anderen Ausweg als zu fliehen, offiziell anerkannte Asylgründe gibt es für ihn nicht. Nach unendlichen Strapazen – er überlebt ein Bootsunglück, die Sahara, landet in Abschiebehaft auf einer Gefängnisinsel und wartet im berüchtigten Zeltcamp in Melilla/Spanien auf ein Wunder. Das Wunder geschieht, der Regisseur Jakob Preuss ist bei Recherchen im Netz und durch Nachrichten auf ihn aufmerksam geworden. Sie freunden sich an und Preuss schafft es, ihn über Frankreich nach Deutschland zu bringen. LAGeSo, Eisenhüttenstadt, die Odyssee und Demütigungen gehen weiter, bis Preuss eine vorübergehende Lösung findet… Paul Nkamani ist mittlerweile 39 Jahre alt, lebt immer noch in Deutschland und hat eine Arbeit gefunden. Seine Zukunft ist jedoch ungewiss – die Angst bleibt.

Jakob Preuss wurde 1975 in Berlin geboren und studierte Jura in Köln, Paris und Warschau. 2007/08 betreute er das GUS-Referat ‚Reporter ohne Grenzen‘. Sein erster Film „The other Chelsea“ und dieser Film wurden auf diversen nationalen und internationalen Festivals gezeigt und mehrfach ausgezeichnet.

Nach der Vorführung gibt es ein Filmgespräch.

siehe auch Dokumentarfilm Als Paul…

 


Flankierend zum Programm im Kunstforum finden am 8.4.2019 vormittags in der Grundschule Essenheim in den Klassen 2 – 4 Unterrichtseinheiten statt mit Unterwegs für eine gerechte Welt e.V. zum Thema „Schule und Kindheit in Afrika – junge Menschen erzählen aus ihrem Alltag“.

Der gemeinnützige Verein Unterwegs für eine gerechte Welt e.V. ist Träger des Weltladen Unterwegs. Er hat sich zum Ziel gesetzt, Gerechtigkeit im Handel mit Ländern des Globalen Südens zu fördern und entwicklungspolitische Bildungsarbeit im Norden zu leisten. Beiden Zielen wird sowohl durch den Fairen Handel im Weltladen Unterwegs als auch durch Veranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit nachgegangen. Der Verein wurde am 31.5.1988 gegründet. Weitere Infos unter weltladenmainz.de


 

Zu allen Veranstaltungen ist der Eintritt frei.

Spenden sind willkommen.

 

Das Projekt FOKUS AFRIKA wurde finanziell gefördert vom

Land Rheinland Pfalz / Ministerium des Innern und für Sport MDI

 

 

 

Unterstützt von

 

Ebasa e.V.

 

Gemeinde Essenheim

 

 

Sponsor

Weingut Braunewell

 

 

 

 

 

02/03/2019

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Simultan

Am Freitag, dem 25. Januar 2019 findet um 20 Uhr die Vernissage der Ausstellung mit dem Titel „SIMULTAN“ Im Kunstforum Essenheim, Kirchstr. 2, 55270 Essenheim statt.Zur Einführung findet ein Gespräch zwischen Künstlerin und den Kuratoren Carmen Stahlschmidt und Andreas Preywisch statt.

 

Normalerweise kommt der Kontakt zum Essenheimer Kunstverein durch Empfehlungen oder Bewerbungen zustande. Im Fall von Ines Beyer war es ein gemeinsamer Arbeitsaufenthalt 2015 mit Carmen Stahlschmidt in Künstlerhaus Schloss Plüschow in Mecklenburg, der zur Ausstellung im Kunstforum Essenheim führte.

 

Die 50-jährige Künstlerin ist in Halle (Saale) geboren, studierte zunächst Literatur und Kunstgeschichte in Berlin, danach Bildhauerei in Dresden, ein Meisterschülerstudium bei Prof. Martin Honert schloss sich an. Seit 2005 lebt Ines Beyer als Bildende Künstlerin in Dresden. Sie lebt in einer Familie mit zwei Kindern. Von der Öffentlichkeit entdeckt wurde sie nach einer Gruppenausstellung „Disegno. Zeichenkunst für das 21. Jahrhundert“ im Kupferstichkabinett in Dresden und einer Einzelausstellung im Leonhardi-Museum Dresden. Ankäufe durch das Kupferstich-Kabinett der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und der Staatlichen Graphischen Sammlung München bestätigen das. Und nun die Ausstellung im Essenheimer Kunstverein.

 

Die Arbeitsweise von Ines Beyer ist sehr arbeitsintensiv. Am Umgang mit einem Zeitungsfoto sei dies geschildert. Sie fand ein Zeitungsfoto eines palästinensischen Jungen in DIE ZEIT. Sie kopiert und vergrößert es in verschiedenen Varianten. Die Vergrößerung des gedruckten Bildes offenbart seine Struktur aus übereinander gesetzten Rastern. Dort, wo sie einen Pullover sehen und sich ihn genau vorstellen konnte, seine gestrickte Textur, das Menschenbild, ist bei vergrößertem Hinsehen etwas ganz anderes.

Die Differenz zwischen den Strukturen markiert vielleicht die Distanz zum Geschehen.

So kommt die Künstlerin zur Zeichnung von Rasterstrukturen. Inzwischen experimentiert sie: verschiedene Strichsetzungen, Größen und Abstände, dabei vereinzelt auch in großen Formaten.

Aktuell hat sie begonnen, eine zweite gezeichnete Struktur über die erste zu legen. Das führt zu Überlagerungen und zum Entstehen und Zerfallen von Mustern.

 

Ein zweiter Teil ihrer Arbeit geht wieder aus von gesammelten Fotos. Diese hat sie mit Nadel und Faden auf weiße Museumshandschuhe übertragen, wobei sich ihre Stickerei oft auf die textilen Teile des Bildes konzentriert, auf Tücher, Decken und Kleidung.

Parallel experimentiert sie mit den Möglichkeiten der maschinellen Bestickung und deren digitaler Programmierung. Sie orientiert sich hier an gedruckten Rasterstrukturen, die sie in die textile Technik überträgt. Der lineare Verlauf des Fadens beschreibt so zeilenweise in dichteren und offeneren Schraffuren das Hell-Dunkel des abgebildeten (textilen) Motivs. Zur Zeit entwickelt Ines Beyer die Umsetzung einer zweifarbigen Bestickung , in der zwei verschiedenfarbige Raster im Winkel zueinander versetzt übereinander gestickt werden.

 

Der Besuch von Vernissage und Ausstellung ist wie immer eintrittsfrei, Spenden sind natürlich willkommen. Die Öffnungszeiten sind samstags 14 – 18 Uhr und sonntags von 11 – 17 Uhr. Die Ausstellung endet am 17. Februar.

 

Gez. A. Preywisch

 

22/11/2018

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Visiting the Past

Bildgestaltung & Postproduktion Jonas Trottnow

„Der Film begleitet Joan Salomon aus New York bei einem Besuch in Essenheim. Ihre jüdische Familie musste das rheinhessische Dorf 1934 verlassen, die Anfeindungen waren nach der Machtergreifung durch die Nazis  zu groß geworden. Nur ihrer Mutter gelang es, nach Amerika auszuwandern, ihre Großmutter und ihre Tante kamen im Konzentrationslager ums Leben. Auf den Spuren der Vergangenheit trifft sie alte Essenheimerinnen, die ihre Familie gekannt haben.

In dem Ort, der auch der ihre hätte sein können, wird sie freundlich aufgenommen. Die älteste Einwohnerin, geboren 1920, ist mit der jüngeren Schwester ihrer Mutter zusammen zur Schule gegangen, sie waren gut befreundet. Eine andere Essenheimerin erzählt ihr, wie es nach der Reichspogromnacht in der demolierten Synagoge aussah.

Joan Salomon wurde 1945 in New York geboren, aber die Vergangenheit hat auch ihr Leben bestimmt. Ihre Mutter hat sich nie verziehen, dass es ihr nicht gelungen war, den Rest der Familie nach Amerika zu holen. Ihrer Tochter erzählte sie daher kaum etwas über ihr Leben in Deutschland. Und dennoch empfindet Joan Salomon eine große Nähe zu dem Weindorf und freut sich über jede Kleinigkeit, die sie über ihre Familie erfährt.

Der Film beschreibt den Wunsch nach Heimat, die Suche nach der Herkunft, aber auch den Umgang mit der Vergangenheit bei denen, die nie weg waren. Er erzählt Geschichte und Geschichten, die bald verloren sein werden, weil niemand sie mehr erzählen kann.“

Nach der Vorführung Gespräch mit der Filmemacherin

Eintritt frei

Mehr zum Film auf http://bt-medienproduktion.de/de/essenheim.html

Dieser Dokumentarfilmabend wird vom Essenheimer Kunstverein in Zusammenarbeit mit dem Dorf- und Geschichtsverein und dem Landfrauenverein veranstaltet.

 

17/11/2018

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Wir haben Arbeitskräfte gerufen . . .

Fotoausstellung des Forums für zeitgenössische Fotografie, Mainz in Zusammenarbeit mit dem Essenheimer Kunstverein
5.10. – 21.10. 2018
Kunstforum Essenheim
Unter Max Frischs Motto von 1965 „Wir haben Arbeitskräfte gerufen und es kommen Menschen“ haben vier Fotografen des Forums für zeitgenössische Fotografie Mainz versucht, die erste Generation jener erwünschten Arbeitsmigranten zu porträtieren, die mit dem Begriff ‚Gastarbeiter‘ nur unzureichend beschrieben wäre. Heute gehen diese Menschen in Rente.
Fasziniert hat die Fotografen, wie ein langes Arbeitsleben in der Industrie diese oft kaum ausgebildeten Arbeitskräfte verändert und geprägt hat. Wie sehen sie sich selbst? Wie fällt ein Rückblick auf Erreichtes aus?
Mit Fotos, Videos, biografischen Ergänzungen und Objekten wird ein Bild dieser Migranten erstellt, die nach der direkten Anwerbung im Ausland zunächst oft in Wohnheimen auf Firmengrund untergebracht waren und deren spätere Rückkehr ins Heimatland durchaus erwartet wurde. Erstaunlich, wie erfolgreich diese Menschen trotzdem hier Fuß fassen konnten, von Arbeitskollegen akzeptiert wurden und schließlich Familien gründeten, die der zweiten und dritten Generation die besseren Chancen mitgeben konnten, in Deutschland erfolgreich leben zu können.
Die Ausstellung findet in Zusammenarbeit mit dem Kunstverein Essenheim statt.
Der Kultursommer Rheinland-Pfalz mit dem diesjährigen Motto ‚Industriekultur‘ hat das Projekt unterstützt.
Wir laden ein zur Vernissage am 5. Oktober um 20 Uhr im Kunstforum Essenheim.
Die Ausstellung ist  vom 6.10. – 21. 10. jeweils Freitag – Sonntag 11-17 Uhr geöffnet.
Der Eintritt ist frei

30/09/2018

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Peter Handke – bin im Wald. Kann sein, dass ich mich verspäte

Peter Handke ist einer der bedeutendsten deutschsprachigen Schriftsteller. Er hat weit mehr als sechzig Bücher, Romane, Essays, Gedichte, Theaterstücke, Drehbücher geschrieben und Übersetzungen gemacht.

Nach „Gerhard Richter Painting“, der auch in der Reihe DOKUMENTAR-FILM-KUNST in Essenheim gezeigt wurde, hat Corinna Belz erneut „einen klugen, begeisternden Film geschaffen, der überraschende Einblicke in das Denken, die Arbeit und das Leben Peter Handkes eröffnet.“ (DVD-Text) Der Film spannt einen Bogen vom jungen Peter Handke, provokativ und wild, ein Bürgerschreck für die Etablierten, hin zum eher scheuen, heute zurückgezogen in einem Pariser Vorort lebenden Schriftsteller.

Corinna Belz sagt: „Im Oktober 2012 machten wir erste Aufnahmen, wir kamen zu zweit, es regnete ein wenig, und wir standen dann vor dem Eisentor, an dem dieser Zettel hing: „Bin im Wald. Kann sein, daß ich mich verspäte.“ Der Zettel wurde zu einem Titel des Films. In den folgenden drei Jahren wurde gedreht, immer nur ein paar Tage, vier, fünf Stunden am Tag, um den Arbeitsrhythmus von Handke nicht durcheinander zu bringen. Entstanden ist ein einfühlsamer, bezaubernder, oft zarter Film „über das Schreiben, über die Wahrnehmung der Wirklichkeit und ihre Verwandlung in Kunst – und nicht zuletzt über die großen, unverzichtbaren Fragen, die uns Peter Handke eindringlich und zuweilen unerwartet liebevoll stellt: „Was ist jetzt? Wie soll man leben?““. (DVD-Text)

 

Nach der Vorführung Gespräch mit der Filmemacherin

 

Eintritt frei

 

 

Fotos mit freundlicher Genehmigung von:
Deutsches Literaturarchiv Marbach, Cordula Lebeck,
Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek und Peter Handke

29/09/2018

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Musikalische Matinee zur Ausstellung ›Adagio‹

 

Am Sonntag, 27. Mai 2018 öffnet die Ausstellung ›Adagio‹ des katalanischen Künstlers Joan Ill im Kunstforum Essenheim (Kirchstraße 2, Ortsmitte) letztmals ihre Türen. Zur Finissage ist das Peter-Cornelius-Konservatorium (PCK) der Stadt Mainz zu Gast beim Essenheimer Kunstverein.

Unter der musikalischen Leitung von Rainer Schrecklinger erwartet die Besucherinnen und

Besucher von 11 bis 12 Uhr Musik aus Spanien und Südamerika. Das Programm enthält u.a. Werkevon Tarrega, Sor und Piazzolla. Es musizieren drei Studierende des PCK: Freda Jutzi (Gitarre), Mònica Hernandez (Violine) und Eugen Krapp (Gitarre). Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht nötig.

Der Essenheimer Kunstverein freut sich über viele interessierte Besucherinnen und Besucher. Die Ausstellung selbst kann an diesem Tag von 11 bis 17 Uhr besichtigt werden. Sie zeigt eine Auswahl der bildnerischen Werke Ills aus den zwei Serien ›Mediterran‹ und ›Sacralis‹.

18/05/2018

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