PARALLELITÄTEN

Gan-Erdene Tsend | Münster

Malerei | Grafik | Objekt

17. April bis 10. Mai 2026

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VERNISSAGE: Freitag, 17. April, 19:30 Uhr
Einführung: Eva Appel im Gespräch mit dem Künstler
Weinsponsor: Weingut Braunewell


ZU NEUEN HORIZONTEN

GAN-ERDENE TSEND kommt von weit her und seine Bilder lassen uns weit schauen. Menschen reiten oder laufen unter einem weiten leuchtenden Himmel dem Horizont entgegen. Auf endlos scheinenden, oft öden Wegen. Der Künstler lebt und arbeitet im dicht besiedelten Deutschland, in Münster. Aufgewachsen ist er in der Mongolei, „auf dem Land bei meiner Großmutter“.

Energisch und zielbewusst schreiten seine Wanderer aus. Was treibt sie durch diese kahlen Einöden? Der Künstler lässt uns ihre Gedanken sehen: „Jeder Mensch vereint zwei verschiedene Leben. Ein ideelles, welches in den Gedanken, der Fantasie und der Erinnerung des Menschen stattfindet, und ein dingliches, welches sich in der Realität, im Körperhaften, abspielt.“

Das Gegenständliche und das Imaginäre sind hier gleich real.  Und gleichermaßen realistisch dargestellt – und gewissermaßen „parallel“: Doppelgängerinnen schubsen eine Tanzende ermutigend nach vorn, ein zweiter Schatten hält eine Figur mit Scherzen bei Laune. Oder junge Menschen fliegen lachend durch die Luft. Das Kettenkarussell dazu überlässt der Künstler unserer Fantasie.

Den Erdboden nutzt er als Projektionsfläche, als Spiegel: „Die Spiegelung ist eine Metapher, mit der ich die Gedanken der dargestellten Person, ihre Träume, Hoffnungen und Sehnsüchte vergegenständliche.Das, was an sich getrennt ist, kann ich im Bild mittels der Spiegelung wiedervereinen.“ Mal spiegelt der Erdboden alte Freunde. Mal freut sich ein Uniformierter auf das lässige T-Shirt zu Hause. So werden die Mühen der Ebene erträglicher.

Gan-Erdene Tsend begreift sich selbstbewusst als „künstlerischer Botschafter der Mongolei“. Über seine persönliche Migration hinaus gestaltet er ein zentrales Thema für alle Menschen unterwegs: Mit einem Ziel vor Augen einer Vergangenheit den Rücken kehren. Auf unbekannten Wegen einer ersehnten Zukunft entgegengehen gestärkt mit guten Gedanken und Erinnerungen. Bilder von Weitwanderern mit Mut, Optimismus und einer guten Laune, die ansteckt.

Wollen wir nicht alle so sein? Angesichts unserer großen und kleinen Vorhaben voller Vertrauen?

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Kuratoren-Team: Eva Appel, Andreas Preywisch, Helmut Schneider


Bilder © Gan-Erdene Tsend