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VERNISSAGE: Freitag, 23. Oktober, 19:30 Uhr
Einführung: Eva Appel im Gespräch mit der Künstlerin
Musik: Gitarrenduo Claudia Limberg & Albert Peter
Weinsponsor: Weingut Wagner
Öffnungszeiten der Ausstellung bis 15. November:
Samstags 14:00 – 18:00 Uhr / Sonntags 11:00 – 17:00 Uhr
Ein Künstlerpaar, zwei Welten: Ihre Menschenplastiken feiern die Ruhe, in seinen Bildern durchflutet Abstraktes den Raum.
SILVIA SIEMES erschafft Plastiken. Realistisch und fast lebensgroß. Meist sind es auffallend attraktive Frauen. Aus körnigem Schamott-Ton, organisch und wärmegeladen. Die Oberflächen sind sichtbar porös und leicht unscharf. Haut und Kleidung sind mit zartfarbiger Glasur getönt.
Die Figuren stehen oder sitzen, lässig, konzentriert, ja versunken in sich, in wohliger Selbstwärme, tiefenentspannt. Den Blick ebenso ins Irgendwo gerichtet wie in sich hinein. Sie nehmen sich das Recht für eine Pause von der Welt und ihren Ansprüchen. Ihre innere Freiheit verschafft ihnen Präsenz, Distanz und eine Aufmerksamkeit wie auf einer Bühne.
Wir sehen Frauen, gelegentlich schmale Jungen vor der Unruhe der Pubertät, in einem Alter, in dem noch alles möglich ist. Die Leichtigkeit vor den Kampfspuren des Lebens.
Silvia Siemes gestaltet keine Individuen. Die Plastiken bleiben allgemein. Sie sollen nichts von sich erzählen, vielmehr still einladen zu Projektionen und Wünschen. Anregen lässt sich die Künstlerin von Menschen, deren Spirit und Ausstrahlung sie interessieren. Manchmal sind es Promis oder ihre Rolle, das „was wir in ihnen sehen, wovon wir uns was abschauen wollen“.
Im richtigen Leben möchten wir solche Menschen kennenlernen. In diesen Plastiken scheint das zum Greifen nahe.
THOMAS RISSLERs abstrakte Bilder in Öl, Acryl, Sprüh- und Mischtechnik hängen an den Wänden hinter den Plastiken. Gebilde, Wesen und Flecken aus vielen Farben schwärmen uns entgegen. Oder sie weichen zurück in die Bildtiefe, fluten vor und zurück. Lose verbunden oder ineinander geblendet, wie untergehakt. Immer sind die oft quadratischen Leinwände bis an den Rand geladen mit Energie, rhythmisch bewegt und ohne jede Erdenschwere.
Wir tauchen ein in ein Geschehen von Bewegung, Zugehörigkeit und Absonderung. Nach eigenen Gesetzen.
Gedanken an biologische Prozesse liegen nahe, an instinktives Massen-Verhalten wie bei Vogel- oder Insektenschwärmen. Wie dort ändern sich in den Bildern „Verdichtung und Auflösung, Energie und Wahrnehmung“. Dazu passt die Arbeitsweise des Künstlers: Immer wieder verändert und bearbeitet er seine Bilder. Er lässt uns einem „Wandel zuschauen, einem fortwährenden Prozess, voraus und zurück. Das ergibt sich im Tun, unabhängig von der Realität außen wie von Gefühlen und Stimmungen.“
Silvia Siemes und Thomas Rissler in einer Doppel-Ausstellung: Hier die in sich vollendete Gestalt, dort der Blick in ein nicht zu fassendes Geschehen. Hier der einzelne Mensch in sich selbst versunken, dort abstrakte Wimmelbilder ohne erkennbares Ziel – was für Gegensätze.
Doch auf den zweiten Blick entdecken wir eine spannende Konfrontation: Auf verschiedenen künstlerischen Wegen unterwegs teilen sie beide ein und dasselbe Interesse: die Verhältnisse zwischen Ruhe und Bewegung. Nichts Geringeres also als die elementaren Zustände, die Pole unseres Lebens.
Zu unserem Erschrecken ist Thomas Rissler überraschend gestorben. Seine Bewegung als Künstler und Mensch ist zu ewiger Ruhe gekommen. Die Kraft seiner Bilder wird sein Andenken lebendig erhalten.
Website Silvia Siemes und Thomas Rissler
Kuratoren: Susan Geel, Carmen Stahlschmidt
© Bilder: Siemes
















